Sieger der Orte des Respekts 2016

Der "Ort des Respekts" 2016 liegt in Niederösterreich!

Am 12. Oktober 2016 wurde der Bundessieger des österreichweiten Wettbewerbs verkündet und in der Grellen Forelle gebührend gefeiert! Aus mehr als 800 Einreichungen, von denen 449 Projekte nominiert wurden, wählte die Jury das überzeugendste Projekt aus.

Das Siegerprojekt des heurigen Wettbewerbs ist der Verein „Willkommen Mensch! in Groß Gerungs und Langschlag“.

Rund hundert Waldviertlerinnen und Waldviertler zeigen vorbildlich, wie Integration gelingen kann und dass alle profitieren, wenn sich viele daran beteiligen. Rund fünfzig Flüchtlinge, die in organisierten und privaten Unterkünften leben, werden betreut und in den Alltag der „Groß Gerungser“ miteinbezogen. Der Verein hat ein eigenes „Dankeschön“-Tauschsystem entwickelt, in dem Leistungen (z.B. Gartenarbeit, Deutschunterricht etc.) zwischen Vereinsmitgliedern und Asylwerbern getauscht werden. Außerdem finden regelmäßig gemeinschaftliche Aktivitäten statt.

Einen tieferen Einblick in das Gewinnerprojekt aus Groß Gerungs und Langschlag" gibt der „Orte des Respekts"-Siegerfilm. Tauchen Sie ins Geschehen ein und erfahren Sie mehr über den "Ort des Respekts" 2016:

Sieger-Film ansehen

UNIQA Sonderpreis für besonderes persönliches Engagement

Die „Orte des Respekts“-Jury hat den UNIQA Sonderpreis für besonderes persönliches Engagement vergeben. Wir gratulieren Sandra Bruckner! Sie erhält 5.000 Euro für ihre Initiative „Together - is better“. Ihr persönlicher Einsatz hat die Jury besonders beeindruckt. Bruckner hat eine Gruppe junger Afghanen jedes Wochenende in ihr Zuhause aufgenommen, mit ihnen Deutsch gelernt, die Freizeit verbracht und sie jederzeit in Notsituationen unterstützt.
Pressemitteilung zum UNIQA Sonderpreis.


Gewinner des "Orte des Respekts" Crowdfunding-Awards

20 nominierte „Orte des Respekts“ nahmen am Crowdfunding-Award auf www.respekt.net teil. Mehr als 3.000 Stimmen wurden in einem spannenden Rennen abgegeben! Den ersten Platz errang das Traiskirchner Projekt Garten der Begegnung, welches Landwirtschaft und Handwerk mit Flüchtlingshilfe verbindet. Der 2. Platz ging an die Jugendinitiative Freethem – Prävention von Menschenhandel, die in ganz Österreich Aufklärungsarbeit betreiben möchte. Und den 3. Platz erreichte asyl.recht.informiert, ein Projekt von den Vienna Law Clinics, welche eine mehrsprachige FAQ-Broschüre zum Thema Asylverfahren veröffentlichen will.

      

Platz 1: 4.000 Euro            Platz 2: 3.000 Euro       Platz 3: 2.000 Euro
Garten der Begegnung      Freethem                        asyl.recht.informiert


 

Landessieger des Wettbewerbs "Orte des Respekts 2016" 

Landessieger Wien: Fair-Teiler

Fair-Teiler sind öffentlich zugängliche Sammelstellen für Lebensmittel (Kühlschränke/Regale), in die man Lebensmittel hineinstellen kann, die noch genießbar sind, aber nicht mehr benötigt werden. Dort bedienen darf sich jedeR, und zwar kostenlos. Der Verein "foodsharing Österreich - Lebensmittel retten und teilen" möchte mit Fair-Teilern einen Beitrag für eine zukunftsfähige Welt schaffen, indem sich die vielen Freiwilligen für Ressourcenschonung und ein solidarisches Miteinander engagieren.


Landessieger Steiermark: Kautionen für Flüchtlinge

Die Caritas hilft nicht nur aktiv bei der Wohnungssuche, sondern vergibt auch zinsfreie Kautionsdarlehen für Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte, die in monatlichen Raten zurückgezahlt werden. Für viele Flüchtlinge stellt insbesondere die Kaution ein beinahe unüberwindbares Hindernis bei der Wohnungssuche dar. Die Wohnungssicherung kann als erster Schritt in ein eigenständiges Leben angesehen werden, der erst weitere Integrationsschritte wie beispielsweise eine Ausbildung oder Arbeitsaufnahme ermöglicht.


Landessieger Vorarlberg: Gemeinsam leben lernen: Ein Sprachenlerncafé am BG Bludenz

Das Sprachenlerncafé entstand im September 2015 auf Initiative von 25 OberstufenschülerInnen und einigen LehrerInnen des BG Bludenz, die seitdem wöchentlich im gemütlichen Rahmen der Schulbibliothek mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen Deutsch lernen. Die neu Ankommenden lernen, wie es ist, hier zu leben, wir lernen, was es bedeutet, alles hinter sich zu lassen und ganz neu anzufangen. Der Erfolg liegt im 1:1 Betreuungsverhältnis und darin, den SchülerInnen das Gelingen der Initiative in die Hand zu geben.


Landessieger Tirol: Tiroler Gesellschaft für rassismuskritische Arbeit (TIGRA)

TIGRA bietet Beratung, Dokumentation sowie Information rund um das Thema Rassismus an. Diskriminierungen und Übergriffe mit rassistischem Hintergrund in Tirol werden dokumentiert und somit sichtbar gemacht. Menschen, die Rassismus erfahren, finden hier einen Raum, in dem sie gehört werden und Unterstützung in Anspruch nehmen können. Dem Verein ist es ein großes Anliegen, dass Menschen, die Rassismus-Erfahrungen machen, nicht mehr alleine gelassen werden.


Landessieger Niederösterreich: Willkommen MENSCH! in Groß Gerungs und Langschlag

In Groß Gerungs und Langschlag sind inzwischen mehr als hundert Menschen aktiv und gestalten die positive Integration von rund fünfzig Flüchtlingen, die in organisierten und privaten Unterkünften leben. Arbeitskreise für Bildung/Sprache, Gesundheit, Wohnraumbeschaffung, Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit/Kommunikation, Sachspenden und Netzwerken wurden gegründet. Außerdem finden regelmäßig Ausflüge und gemeinschaftliche Aktivitäten statt, wo alle Beteiligten einander besser kennenlernen.


Landessieger Oberösterreich: Achtung! Refugee Radio

Im Projekt „Achtung! - Refugee Radio“ werden Menschen, die bereits journalistische Erfahrungen haben, zu RadiotrainerInnen ausgebildet. Diese geben ihr Wissen dann in ihrer Muttersprache wiederum an andere Radiointeressierte und insbesondere jugendliche Flüchtlinge weiter. Durch dieses MulitplikatorInnen-System können die jungen Flüchtlinge Schritt für Schritt in die journalistische Tätigkeit hineinwachsen. Anstatt nur über sie zu sprechen, bekommen Flüchtlinge in diesem Radio-Format selbst eine Stimme und gestalten das Programm. Durch die Ausbildung für die Arbeit mit dem Medium Radio werden sie außerdem ermächtigt, die Gesellschaft und ihre eigene Zukunft zu gestalten.


Landessieger Kärnten: Stadtspaziergänge gegen das Vergessen

Dem Verein Erinnern Gailtal gelingt es durch die Spaziergänge unterschiedliche Menschen über die Zeit des Nationalsozialismus aufzuklären und sich in der Region für eine Erinnerungskultur einzusetzen. Mehr als 400 Menschen vor allem aus der Region, aber auch viele TouristInnen waren bereits bei einem Stadtspaziergang dabei und haben sich dort mit der Geschichte der NS-Opfer aus dem Gailtal auseinandergesetzt. Der Verein hat in jahrelanger Forschungsopfer die Geschichte von 200 NS-Opfern aus dem Gailtal aufgearbeitet. Dieser soll mit den Spaziergängen gedacht werden und Aufklärungsarbeit im Sinne eines demokratischen Österreichs geleistet werden. 


Landessieger Salzburg: Rollende Herzen - verteilen statt wegwerfen

Das Projekt "Rollende Herzen – verteilen statt wegwerfen" vereint das Thema Lebensmittelverschwendung mit sozialem Engagement. Solidarität unter der Bevölkerung wird hier tagtäglich durch das Verteilen von Lebensmitteln und die Integration aller Bevölkerungsgruppen gelebt. Der Herzerlbus wird dabei zum Ort des Respekts. Dort treffen Menschen, die in Salzburg Not leiden, auf Menschen, die helfen wollen. Die eingesessene Bevölkerung arbeitet hier mit Zugewanderten oder Flüchtlingen zusammen. Arbeitssuchende Jugendliche und obdachlose Menschen werden ebenso in das Projekt integriert und bekommen damit eine neue Perspektive.


Landessieger Burgenland: Lutzmannsburg Hilft

Nach der Flüchtlingstragödie auf der A4 entstand die Initiative „Lutzmannsburg Hilft“ aus dem Bedürfnis vieler Privatpersonen selbst etwas zur Flüchtlingsintegration beizutragen. Bereits vor Ankunft der ersten Flüchtlinge in Lutzmannsburg hat sich eine Gruppe von gut 20 engagierten Personen formiert, die bereit war vom ersten Tag an zu helfen. Als positiver Nebeneffekt zur tagtäglichen Unterstützung der AsylwerberInnen in der Gemeinde, haben sich die aktiven Personen durch das gemeinsame Handeln als Menschen erst so richtig kennen- und schätzen gelernt. Sie wollen außerdem zeigen, dass unvoreingenommenes Aufeinander-Zugehen sehr viel bewirken kann und dass in der Begegnung viel zu profitieren ist und wenig zu fürchten.


 

Wir gratulieren herzlich allen SiegerInnen und Nominierten und danken den zahlreichen EinreicherInnen.